MWST-Nummer Schweiz: Format, CHE-Nummer und Rechnungspflicht

Die MWST-Nummer ist deine UID mit Zusatz MWST (CHE-123.456.789 MWST). Wann sie auf die Rechnung muss, wie sie aussieht und was unter 100'000 CHF gilt.

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Nathan Ganser

Founder of Magic Heidi

Die MWST-Nummer der Schweiz ist keine eigene Nummer, sondern deine UID-Nummer mit dem Zusatz «MWST»: also zum Beispiel CHE-123.456.789 MWST. Sobald du dich bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung für die Mehrwertsteuer registrierst, wird deine bestehende UID zur MWST-Nummer, und ab dann gehört sie auf jede deiner Rechnungen.

So weit die Kurzfassung. Die Detailfragen sind es, die im Alltag Kopfzerbrechen machen: Was, wenn ich unter 100'000 CHF Umsatz liege? Wie genau muss die Nummer auf der Rechnung stehen? Und warum steht auf Rechnungen aus der Romandie «TVA» statt «MWST»? Genau das klären wir hier, mit einem konkreten Rechnungsbeispiel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die MWST-Nummer ist deine UID plus Zusatz «MWST»: CHE-123.456.789 MWST. Eine separate Nummer gibt es nicht.
  • In der Romandie lautet der Zusatz «TVA», im Tessin «IVA». Es ist immer dieselbe Nummer.
  • MWST-pflichtig wirst du ab 100'000 CHF Jahresumsatz. Darunter: keine MWST-Nummer, keine MWST auf der Rechnung.
  • Bist du registriert, ist die MWST-Nummer eine Pflichtangabe auf jeder Rechnung, zusammen mit Satz und Betrag.
  • Die aktuellen Sätze 2026: 8,1 % (Normalsatz), 2,6 % (reduzierter Satz), 3,8 % (Beherbergung).

Ist die UID-Nummer die MWST-Nummer?

Ja, im Kern schon. Seit die UID die alte sechsstellige MWST-Nummer abgelöst hat, gilt: Es gibt pro Unternehmen genau eine Nummer, und die tritt je nach Kontext in verschiedenen Rollen auf. Registrierst du dich bei der ESTV für die Mehrwertsteuer, wird deine UID im MWST-Register eingetragen. Ab diesem Moment darfst (und musst) du sie mit dem Zusatz «MWST» als Mehrwertsteuernummer verwenden.

Das bedeutet umgekehrt: Eine UID zu haben heisst noch nicht, MWST-pflichtig zu sein. Viele Einzelfirmen haben eine UID (etwa über die AHV-Anmeldung als Selbständige), stehen aber nicht im MWST-Register. Sie haben dann schlicht keine MWST-Nummer, und das ist völlig korrekt so.

Ob eine Firma im MWST-Register steht, prüfst du gratis im UID-Register auf uid.admin.ch. Der Eintrag zeigt den MWST-Status direkt an. Wie du dabei vorgehst, zeigen wir Schritt für Schritt im Guide zum UID-Nummer prüfen.

Das Format: CHE-Nummer plus Sprachzusatz

Die MWST-Nummer setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  1. Die UID: CHE, gefolgt von neun Ziffern in drei Dreierblöcken, zum Beispiel CHE-123.456.789. Mehr Beispiele und Details zum Aufbau findest du im Artikel UID-Nummer: Format und Beispiel.
  2. Der Zusatz: je nach Sprachregion «MWST», «TVA» oder «IVA».

Die drei Sprachvarianten bedeuten exakt dasselbe:

SprachregionZusatzBeispiel
DeutschschweizMWSTCHE-123.456.789 MWST
RomandieTVACHE-123.456.789 TVA
TessinIVACHE-123.456.789 IVA

Bekommst du also eine Rechnung mit «CHE-987.654.321 TVA», ist das keine andere Nummernart, sondern einfach die MWST-Nummer eines Westschweizer Unternehmens. Du selbst verwendest sinnvollerweise den Zusatz in der Sprache deiner Rechnung: Schreibst du einem Kunden in Genf auf Französisch, passt «TVA».

Wann muss die MWST-Nummer auf die Rechnung?

Hier gilt eine einfache Zweiteilung:

Du bist MWST-registriert: Dann ist die MWST-Nummer eine Pflichtangabe auf jeder Rechnung. Zusätzlich müssen der angewendete Steuersatz und der MWST-Betrag (oder der Hinweis «inkl. MWST» mit Satz) ersichtlich sein. Die Registrierung ist obligatorisch, sobald dein Jahresumsatz 100'000 CHF übersteigt; freiwillig registrieren kannst du dich auch früher, etwa um die Vorsteuer abzuziehen. Was die Registrierung konkret bedeutet, liest du in unserem Guide zur MWST-Registrierung.

Du bist nicht MWST-registriert: Dann hast du keine MWST-Nummer und darfst auch keine ausweisen. Deine Rechnung enthält weder eine MWST-Zeile noch einen Steuersatz, du stellst einfach den Betrag in Rechnung. Das ist der Normalfall für Freelancer unter 100'000 CHF Jahresumsatz und macht deine Rechnung nicht weniger professionell oder gültig. Falsch (und heikel) wäre nur, MWST auszuweisen, ohne registriert zu sein: Ausgewiesene Steuer schuldest du grundsätzlich auch.

Die aktuellen Steuersätze für 2026: 8,1 % Normalsatz, 2,6 % reduzierter Satz (etwa für Lebensmittel und Bücher), 3,8 % Sondersatz für Beherbergung. Wie die Mehrwertsteuer für Selbständige insgesamt funktioniert, von der Anmeldung bis zur Abrechnung, erklären wir im MWST-Leitfaden für Freelancer.

So sieht die MWST-Nummer auf einer korrekten Rechnung aus

Ein konkretes Beispiel sagt mehr als jede Regel. So könnte der relevante Teil einer Rechnung einer MWST-pflichtigen Grafikerin aussehen:

Lea Muster Grafikdesign
Musterstrasse 12, 8004 Zürich
CHE-123.456.789 MWST

Rechnung Nr. 2026-042

Logo-Redesign                    CHF 3'000.00
────────────────────────────────────────────
Zwischentotal                    CHF 3'000.00
MWST 8,1 %                       CHF   243.00
────────────────────────────────────────────
Total                            CHF 3'243.00

Die drei Dinge, auf die es ankommt: die vollständige MWST-Nummer im Kopf- oder Fussbereich (CHE-Nummer plus Zusatz), der ausgewiesene Steuersatz und der klar erkennbare MWST-Betrag. Dazu kommen die üblichen Rechnungsangaben wie dein Name und deine Adresse sowie Name und Adresse des Kunden.

Zum Vergleich: Dieselbe Rechnung von einer nicht registrierten Grafikerin würde einfach «Total CHF 3'000.00» ausweisen, ohne MWST-Zeile, ohne Steuersatz und ohne MWST-Nummer.

Und weil dieser Unterschied so oft schiefgeht, ein Beispiel: Denk an David, einen fiktiven Elektriker aus St. Gallen, der frisch die Umsatzgrenze geknackt und sich registriert hat. Seine ersten Rechnungen baut er weiter in der alten Word-Vorlage, vergisst mal den Zusatz «MWST», rechnet mal mit dem alten Steuersatz. Erst als seine Treuhänderin beim Jahresabschluss nachbessern muss, stellt er um: Nummer und Satz einmal zentral hinterlegen, danach stimmt jede Rechnung automatisch.

Genau so funktioniert es in Magic Heidi: Du hinterlegst deine MWST-Nummer einmal in den Einstellungen, danach erscheint sie korrekt formatiert auf jeder Rechnung, und die Mehrwertsteuer wird mit dem richtigen Satz automatisch berechnet. Mehr dazu auf der Seite zum Rechnungsprogramm. Einzelne Beträge kannst du auch schnell im MWST-Rechner prüfen.

Wo finde ich meine eigene MWST-Nummer?

Du hast dich registriert, findest die Bestätigung aber nicht mehr? Kein Problem, deine MWST-Nummer ist kein Geheimnis. Der schnellste Weg: Such deine Firma im UID-Register auf uid.admin.ch. Dein Eintrag zeigt deine UID und den MWST-Status; die MWST-Nummer ist dann einfach diese UID plus der Zusatz «MWST».

Daneben steht die Nummer auf der Registrierungsbestätigung der ESTV und auf jeder deiner bisherigen MWST-Abrechnungen. Und falls du sie bereits in deiner Rechnungssoftware hinterlegt hast, steht sie ohnehin auf jeder Rechnung, die du verschickst.

MWST-Nummer und ausländische Kunden

Ein Stolperstein zum Schluss: Die Schweizer MWST-Nummer ist keine EU-Umsatzsteuer-ID. Die Schweiz gehört nicht zum EU-Mehrwertsteuersystem, deshalb findest du eine CHE-Nummer auch nicht in der europäischen VIES-Datenbank.

Fragt ein EU-Kunde nach deiner «VAT number», gibst du also deine Schweizer MWST-Nummer an (sofern du registriert bist) und erklärst bei Rückfragen, dass es sich um die Schweizer Mehrwertsteuernummer handelt. Was bei Rechnungen an EU-Kunden sonst noch zu beachten ist, haben wir im Artikel zur MWST-Nummer für EU-Kunden zusammengefasst. Und falls du gerade sortierst, welche Nummer wofür gilt: Der Überblick zur Steuernummer in der Schweiz entwirrt UID, AHV-Nummer und kantonale Steuernummern.

Häufige Fragen

Ist die UID-Nummer die MWST-Nummer?

Ja. Die MWST-Nummer ist deine UID mit dem Zusatz «MWST» (bzw. «TVA» oder «IVA»). Eine separate Mehrwertsteuernummer gibt es nicht mehr. Voraussetzung ist, dass deine UID im MWST-Register der ESTV eingetragen ist.

Wie sieht eine Schweizer MWST-Nummer aus?

Immer nach dem Muster CHE-123.456.789 MWST: der Ländercode CHE, neun Ziffern in drei Blöcken und der Zusatz «MWST», «TVA» oder «IVA» je nach Sprachregion.

Brauche ich unter 100'000 CHF Umsatz eine MWST-Nummer?

Nein. Unter 100'000 CHF Jahresumsatz bist du nicht MWST-pflichtig, hast keine MWST-Nummer und weist auf Rechnungen keine Mehrwertsteuer aus. Deine Rechnungen sind trotzdem vollumfänglich gültig. Eine freiwillige Registrierung ist möglich, wenn sie sich für dich lohnt, etwa wegen des Vorsteuerabzugs.

Muss die MWST-Nummer auf jede Rechnung?

Wenn du MWST-registriert bist: ja, zusammen mit Steuersatz und MWST-Betrag. Wenn du nicht registriert bist: nein, dann darf weder eine MWST-Nummer noch eine Steuer auf der Rechnung stehen.

Was bedeutet TVA oder IVA auf einer Rechnung?

Das sind die französische (TVA) und italienische (IVA) Bezeichnung der Mehrwertsteuer. CHE-123.456.789 TVA ist also dieselbe Art von Nummer wie CHE-123.456.789 MWST, nur in der Sprache der Romandie beziehungsweise des Tessins.

Wie prüfe ich die MWST-Nummer eines Lieferanten?

Im UID-Register auf uid.admin.ch: Nummer oder Firmenname eingeben und kontrollieren, ob der Eintrag aktiv ist und der MWST-Status stimmt. Das ist wichtig, wenn du die Vorsteuer aus der Rechnung geltend machen willst.

Fazit: Eine Nummer, ein Zusatz, klare Regeln

Die MWST-Nummer Schweiz ist schnell erklärt: UID plus «MWST», Pflicht auf der Rechnung ab MWST-Registrierung, gar nicht vorhanden darunter. Wenn du dir das Format CHE-123.456.789 MWST und die Grenze von 100'000 CHF merkst, hast du das Wichtigste im Griff.

Den Rest musst du dir nicht merken: Hinterlege deine MWST-Nummer einmal in Magic Heidi, und sie steht automatisch korrekt formatiert auf jeder Rechnung, inklusive richtig berechneter Mehrwertsteuer. Der Gratis-Plan umfasst 3 Rechnungen und 3 Ausgaben, ohne Kreditkarte und ohne Zeitlimit.

Dieser Artikel bietet allgemeine Orientierung, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte zur Mehrwertsteuer gibt die ESTV oder dein Treuhänder.

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